Teegenuss

Tee ist ein Kunstwerk und braucht eines Meisters Hand, um seine edelsten Eigenschaften zu offenbaren. (…) Jede Zubereitung der Blätter hat ihre Eigenheit, ihr besonderes Verhältnis zu Wasser und Wärme, sie trägt bestimmte Erinnerungen mit sich und hat ihre eigene Art, eine Geschichte zu erzählen. Das wahrhaft Schöne muß immer darin enthalten sein. Wie sehr leiden wir doch unter dem beständigen Versagen der Gesellschaft, dieses einfache und grundlegende Gesetz von Kunst und Leben zu erkennen. Kakuzo Okakura „Das Buch vom Tee“

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Poesie und Blumen

Im zitternden Grau eines Frühlingsmorgens, wenn die Vögel geheimnisvoll in den Bäumen zwitschern, fühlst du da nicht, daß sie mit ihren Freunden von den Blumen sprechen? Das Verständnis für Blumen muß wahrlich im Menschen gleichzeitig mit der Poesie der Liebe entstanden sein. Eine Blume, süß in ihrer Unschuld, duftend in ihrer Stille: können wir das Entfalten einer jungfräulichen Seele besser versinnbildlichen? Der Mensch der Urzeit, der seinem Mädchen das erste Blumengewinde brachte, unterschied sich damit vom Tier. Er wurde Mensch, weil er mehr als nur die eigentlichen Lebensnotwendigkeiten von der Natur forderte. Er trat ins Reich der Kunst ein, als er den feinen Nutzen des Nutzlosen erkannte. Kakuzo Okakura „Das Buch vom Tee“

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Freundschaft

Der kleine Prinz ging, die Rosen wiederzusehn: „Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts“, sagte er zu ihnen. „Niemand hat sich euch vertraut gemacht, und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt.“ Antoine de Saint-Exupéry

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Tanabata

Tanabata, auf Japanisch „siebenter Abend“, bezeichnet den sieben Tage alten Mond des siebten Mondes im Jahr. Heutzutage wird das Sternenfest an jedem 7. Juli in Japan gefeiert. Der Legende nach treffen sich an diesem Abend die Liebenden Orihime und Hikoboshi, eine Weberin und ein Rinderhirte, die vom Himmelsgott an die beiden Ufer der Milchstraße verbannt wurden und sich nunmehr ein einziges Mal im Jahr sehen. Es ist Brauch am Vorabend des Festes Wünsche auf bunte Papierstreifen, sogenannte tanzaku, zu schreiben un an Bambuszweige zu hängen.

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Schattenspiel

Licht und Dunkelheit sind zwei Seiten ein und derselben Wirklichkeit, und … überall, wo das Licht erscheint, fällt Schatten auf uns … Je tiefer die Freude, desto tiefer ist die Wehmut; je größer das Vergnügen, desto größer auch das Leid … Wollte man sich davon freimachen, käme die Welt ins Wanken. Natsume Soseki

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