Teegenuss

Tee ist ein Kunstwerk und braucht eines Meisters Hand, um seine edelsten Eigenschaften zu offenbaren. (…) Jede Zubereitung der Blätter hat ihre Eigenheit, ihr besonderes Verhältnis zu Wasser und Wärme, sie trägt bestimmte Erinnerungen mit sich und hat ihre eigene Art, eine Geschichte zu erzählen. Das wahrhaft Schöne muß immer darin enthalten sein. Wie sehr leiden wir doch unter dem beständigen Versagen der Gesellschaft, dieses einfache und grundlegende Gesetz von Kunst und Leben zu erkennen. Kakuzo Okakura „Das Buch vom Tee“

Foto Clarissa Nill

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Leere

In einer Welt, in der die Einheit, nicht etwa die Trennung von Materie und Geist verwurzelt ist, hat das Leere, das Hohle nichts mit Mangel zu tun, sondern ist vielmehr ein vollwertiger Raum, ein notwendiges Atemholen, um das Existierende sichtbar werden zu lassen, hervorzuheben und zu rhythmisieren.

JAPAN Die Harmonie der Stille, Sandrine Bailly

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Poesie und Blumen

Im zitternden Grau eines Frühlingsmorgens, wenn die Vögel geheimnisvoll in den Bäumen zwitschern, fühlst du da nicht, daß sie mit ihren Freunden von den Blumen sprechen? Das Verständnis für Blumen muß wahrlich im Menschen gleichzeitig mit der Poesie der Liebe entstanden sein. Eine Blume, süß in ihrer Unschuld, duftend in ihrer Stille: können wir das Entfalten einer jungfräulichen Seele besser versinnbildlichen? Der Mensch der Urzeit, der seinem Mädchen das erste Blumengewinde brachte, unterschied sich damit vom Tier. Er wurde Mensch, weil er mehr als nur die eigentlichen Lebensnotwendigkeiten von der Natur forderte. Er trat ins Reich der Kunst ein, als er den feinen Nutzen des Nutzlosen erkannte. Kakuzo Okakura „Das Buch vom Tee“

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Freundschaft

Der kleine Prinz ging, die Rosen wiederzusehn: „Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr seid noch nichts“, sagte er zu ihnen. „Niemand hat sich euch vertraut gemacht, und auch ihr habt euch niemandem vertraut gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war. Der war nichts als ein Fuchs wie hunderttausend andere. Aber ich habe ihn zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er einzig in der Welt.“ Antoine de Saint-Exupéry

Foto Clarissa Nill

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Weiß

Das neue Jahr liegt beinahe noch unberührt und rein vor uns wie ein weißes Blatt Papier, das nur darauf wartet von uns beschrieben zu werden. Die Farbe Weiß beinhaltet wie die Leere auch unermesslich viele Möglichkeiten und beschreibt zugleich eine Nicht-Existens und einen Anfang. Was möchte ich erschaffen und in die Welt bringen, wie möchte ich mein Leben gestalten? Diese Gedanken gehen mir durch den Kopf während ich den Tanz der Schneeflocken beobachte und die Ruhe des Wintertages in mir aufnehme.

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